Wer sich wehrt, wird entlassen

Ausstellung über Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie

 

Linz. Am Donnerstag, 13. September, eröffnet Bürgermeister Hans-Günter Fischer um 16 Uhr im Sitzungssaal der Verbandsgemeindeverwaltung die vom Verein Eine-Welt Linz e.V. organisierte Ausstellung „Nach St(r)ich und Faden – Die Wahrheit über Modemythen“.

 

Im Anschluss an die Begrüßung gibt die Volkswirtschaftlerin und Umwelt-Ökonomin Teresa Ruckelshauß einen Einblick in die oft mangelhaften und für viele Menschen unwürdigen Produktionsbedingungen der Bekleidungsindustrie in den Ländern des Südens und im Osten. Nach einem kleinen Umtrunk wird Teresa Ruckelshauß die Ausstellungsbesucher durch die Ausstellung führen.

 

Wer sich für die Ausstellung interessiert ist herzlich eingeladen, zur Ausstellungseröffnung zu kommen. Die Ausstellung kann bis zum 21. Oktober während der Öffnungszeiten der Verbandsgemeindeverwaltung besichtigt werden.

 

Todschicke Kleidung – doch zu welchem Preis? Noch nie wurde in der Bekleidungsindustrie so kompromisslos wie zurzeit mit aktuellen Modetrends und ständig wechselndem Sortiment auf den niedrigsten Preis gesetzt. Längst haben sich die Verbraucher*innen daran gewöhnt, alle paar Tage neue Lieferungen in den Geschäften zu finden. Zara z.B. bringt 24 neue Kollektionen pro Jahr in die Läden, H&M zwischen 12 und 16. Und dann gibt es die schnelllebigen Trends außerdem zum Schnäppchenpreis.

 

Seit dem Jahr 2000 hat sich die Bekleidungsproduktion mehr als verdoppelt! Und die Industrie wächst immer weiter. Unsere Kleidung wird zum größten Teil in sogenannten „Billiglohnländern“ hergestellt.

Die Fabrikbetreiber im Globalen Süden und Osten tragen das volle Risiko für Qualität und Lieferfrist. Dies bekommen vor allem die Näher*innen zu spüren. Näher*innen schuften teils in überhitzten Fabriken bis zum Kreislaufkollaps für einen Lohn, der nicht für ein menschenwürdiges Leben reicht. Missbrauch ist an der Tagesordnung, der Arbeitsschutz wird vernachlässigt. Die Näher*innen stehen unter einem extrem hohen Zeit- und Leistungsdruck. Unbezahlte Überstunden gehören zum Alltag. Wer sich wehrt, wird entlassen.

 

Die in der Verbandsgemeindeverwaltung ausgestellten Fotoposter erklären dem Betrachter die Wahrheit über Mode-Mythen. Zum Beispiel, warum der Mindestlohn in den Billiglohnländern zum Leben nicht ausreicht und das teure Kleidung nicht fairer produziert wird als billige Kleidung. Ein Besuch der Ausstellung lohnt sich allein schon deswegen, künftig sorgsamer bei Einkauf von Textilien zu sein.